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 :: WEF: TV: De Weck und Schwab ::
 Themen | WEF 07-12-2003 21:11
AutorIn :
Protofaschistische Elemente im von Roger De Weck geführten Interview mit dem WEF-Davos-Gründer Klaus Schwab, ausgestrahlt heute morgen im schwiiizer TV: Der Beginn mit Sharon und dem Dolchstoss, das penetrante "wir" als "Schicksalsgemeinschaft", das gute Europa und die böse USA: das alles ruft förmlich nach einer antideutsch inspirierten Interpretation. Da aber Antideutsche meist nur gegen links wettern, muss ein anderer hier und heute ihren Job tun:
Ankündigung der Sendung:  http://ch.indymedia.org/de/2003/11/15997.shtml

Nicht zufällig begann Roger De Weck das Interview mit Klaus Schwab mit dem Thema Israel. Schwab höchstselbst habe Israelis und Palästinenser zusammengeführt. Dieser ergänzte später, "wir" hätten für die Initiative von Genf in Amman tausend Persönlichkeiten zusammengebracht, von Regierungen wie von der Zivilgesellschaft, aus Palästina wie aus Israel. Ariel Sharon dagegen habe gemäss De Weck von einem "Dolchstoss" gesprochen, mit dem die Initianten von Genf ihm in den Rücken fielen.

Schon der erste googler ist ein Treffer: auf  http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/innenpolitik/dolchstoss/ steht neben einer einprägsamen Illustration zu lesen, wie die Nationalsozialisten die "Dolchstoss-Legende zur hasserfüllten Agitation gegen die politischen Vertreter und Anhänger der Weimarer Republik" nutzten. Sharon also ist der eigentliche Nationalsozialist, Schwab hingegen "spricht" nach eigenen Angaben "Tacheles", ist also der eigentliche gute Jude. De Weck stellte mit seiner Einleitung das ganze Interview vor diesen Hintergrund. (Anm.: Ich halte Sharon mitnichten für einen Vertreter von Demokratie à la Weimar, aber das ist ein anderes Thema.)

Permanent sprach Schwab in der "wir"-Form: "wir" müssen die Probleme lösen, "wir" müssen ein soziales Engagement hinter die Globalisierung stellen, "wir" sind eine "globale Schicksalsgemeinschaft". Auf die Frage, ob er verstehe, wenn junge Leute protestieren und sich bei Attac engagieren, antwortete Schwab: die Themenliste von Davos sei gar nicht so verschieden von den Themen vom Sozialforum in Porto Alegre, der Unterschied sei nur, dass "wir" versuchten, konkret etwas zu tun. Einfach nur kritisieren könne hingegen jeder. Seine Frage werde immer sein: "Was tust du, ausser zu kritisieren, um den Zustand zu verbessern? Was machst du?"

Gezielt wurde damit über den einen feinen Unterschied hinweggelogen: den Unterschied zwischen denjenigen, die die Produktionsmittel besitzen, die befehlen, was für wen zu welchem Preis produziert und verkauft wird - und denjenigen, die ohne den geringsten Einfluss auf das "was?" und "wofür?" ganz einfach nur arbeiten müssen.

Natürlich durfte in diesem Zusammenhang die romantische Indianerin nicht fehlen: Sie habe als einfache Frau in Mexiko dafür gesorgt, dass es Aufgabe eines jeden Schülers sei, pro Jahr einen Baum zu pflanzen, um so zur Wiederaufforstung beizutragen. Das sei echtes "Social Entrepreneurship", also "soziales Unternehmertum", das er "zusammen mit Frau Schwab" mit seiner Stiftung  http://www.schwabfound.org/ unterstützt. Jeder und jede einE UnternehmerIn mit Weltverantwortung in der globalen Schicksalsgemeinschaft - man muss nur dran glauben.

Genau hier - De Weck weiss es genau - sitzt ein Problem: auch der dümmste aller dummen Proleten ist schlau genug, um zu verstehen, dass er keine Macht hat über das, was er den ganzen Tag tut. Aber nicht darauf wollte De Weck hinaus: Absichtsvoll fuhr er fort mit der "Gier", die in den letzten Jahren das "Leitwort" war. Er zielte auf die Unterscheidung zwischen gierigen (= jüdischen) bösen Kapitalisten einerseits und guten (= einheimischen) Unternehmern andererseits. Schwab tat ihm den Gefallen nicht und blieb stur bei seinem globalen "wir": "Wir sind ganz allgemein" bzw. "als Konsumenten egoistischer geworden.". "Wir suchen immer den Bösewicht", aber "wir alle haben Verantwortung."

De Weck weiss genau: es braucht den Bösewicht. Über die Globalisierungskritiker kam er zur Globalisierung als Amerikanisierung. Folgendes wollte er von Schwab hören: Während Europa die "soziale Marktwirtschaft" verkörpert, ist das - ungesagt, aber mitgedacht jüdische - Amerika die Personifizierung des bösen Kapitalismus. Schwab stieg nicht wirklich darauf ein, sagte, er sei ein "Weltbürger mit europäischem Herzen", Europa müsse seine "Identität vertiefen", damit Europa ein "engagiertes und weltoffenes Europa" bleibe. Das Motto des WEF 2004 sei "Partnerschaft für Sicherheit und Wohlstand", wobei er zum Schluss in Klammern noch hinzufügen musste "(Wohlstand für alle)".

Von Schwab blieb der (vielleicht falsche) Eindruck, er meine es irgendwie ehrlich. Der Kapitalismus ist für ihn eine Naturgegebenheit, ebenso die real existierenden Machtverhältnisse. Man nahm ihm irgendwie ab, dass er globale Probleme auch tatsächlich als zu lösende Lebensprobleme der Menschen sieht, und nicht einfach als Kommunikationsprobleme der Propaganda-Abteilung. Er wäre offensichtlich auch beim besten Willen nicht imstande, den Argumenten der Davos-GipfelstürmerInnen zu folgen. Die Welt der Lohnabhängigen ist eine Welt, die er nicht mal vom Hörensagen kennt.

De Weck hingegen, mit allen Wassern gewaschener Medien-Intellektuellen-Star, war höchst beängstigend. Zu gezielt bediente die ganze Struktur des Interviews antisemitische Reflexe. Es ging um Weltwirtschaft und Neoliberalismus, und De Weck fing an mit dem Juden Sharon und der Dolchstosslegende - diese ungeheuerliche Zumutung muss als Experiment interpretiert werden: Wie weit darf protofaschistische Propaganda hier und heute gehen? Das penetrante, im Nationalsozialismus ausdrücklich völkische "wir", "unsere Schicksalsgemeinschaft", welche die Ausbeuter und Ausgebeuteten ideologisch vereint, lieferte dazu Schwab in Hülle und Fülle. Nur den Feind, der daran schuld ist, dass wir nicht im Paradiese leben, diesen Feind müssten sie noch deutlicher benennen.
 :: 8 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel
  Zwei Dinosaurier und ein Häschen
07.12.2003 21:43  
Ich hab's gesehen, diese beiden Dinosaurier, und man kann als Normalsterblicher einfach nur vor der Glotze sitzen und mit den Ohren wackeln.
Beide LEBEN doch von ihrem linken+rechten Gutmenschentum.
Diese lange Beschreibung ertränkt den Fisch im Wasser: Schwab IST so und KANN nicht anders; ausserdem kann er sich ja sogar eine Stiftung leisten. De Weck IST so und DARF nicht anders (es sei denn, er wäre auch finanziell betucht genug; aber warum würde er dann dieses Fossil überhaupt interviewen? Da gibt es doch viel interessantere Partner, zum Beispiel den berühmten Mann von der Strasse. Hat De Weck überhaupt schon mal mit einem solchen gesprochen???


AutorIn: Ollie Gantenbein
  aber hallo
07.12.2003 23:23  
es war ja nur ein interview, und de weck als profaschisten zu bezeichnen ist wohl falsch...


AutorIn: tata
  hahaha - analyse à la blödymedia
08.12.2003 00:28  
wenn das "profachismus" war - was ist denn eine sp-rede? oder die eines svp'lers? umgeben vom faschismus? steht morgen die deportation ins lager an bei dir? sind das die letzten lebenszeichen bevor der faschismus dein leben vernichtet?


AutorIn: ich
08.12.2003 15:18  
da steht "proto" nicht "pro", was wohl ein unterschied ist, gell du ich.


  trotzdem
08.12.2003 22:28  
stimmt - das hab ich falsch gelesen. aber "proto" macht's genauso blöd. erstmal aus historischer sicht, zweitens, weil - siehe ausführung vorher.
aus den besetzten häusern - hinter die bücher!


AutorIn: ich quadrat
  daf
09.12.2003 01:10  
jaja, das ist doch eine finte. du willst doch nur das antideutsche gedankengut unter die leute bringen.


AutorIn: adsfag
  öhm
09.12.2003 13:39  
brilliante analyse. vielleicht will er / sie ja ach das antischweizerische gedankengut unter die leute bringen. oder einfach bloss gedanken.


AutorIn: mafalda
  Recht hat er
10.12.2003 10:42  
also mir hat diese Sternstunde gefallen.
und obwohl ich das Treffen der Wirtschaftselite als solches nicht mag, sehe ich einiges wie Her Schwab.

zB wenn er sagt: "Was tust du, ausser zu kritisieren, um den Zustand zu verbessern? Was machst du?"
Das trifft den Punkt genau. Was bringts denn nur gegen das Forum zu protestieren? Es gibt doch tausend andere Moeglichkeiten etwas fuer die positive Entwicklung zu tun. Wenn wir finden einseitige wirtschaftliche Entwicklung schade der Welt, dann muessen wir das nicht nur kritisieren, sondern auch die vielseitige Entwicklung leben. Da fand ich die Indianer"romantik" gar net schlecht. Die tun jedenfalls was fuer das oekologische Gleichgewicht! Was von Anti-WEF Demonstranten nicht behauptet werden kann.

"auch der dümmste aller dummen Proleten ist schlau genug, um zu verstehen, dass er keine Macht hat über das, was er den ganzen Tag tut." Da fang ich gleich an zu Kotz**. Wie hast du ohne Macht diesen Beitrag geschrieben? War der einfach ploetzlich da? So ganz ohne dein Zutun?Wir sind nicht ohnmaechtig, auch wenns haeufig so scheint. Aber wir koennen was veraendern. Wo waeren die Franzosen , ja wir alle jetzt, wenn sich damals 1789 die franzoesischen Bauern gesagt haetten: Ach, was solls, wir koennen ja eh nix ausrichten. Lassen wir die Revolution Revolution sein und gehen wieder auf den Acker. Wir koennen, was veraendern, aber wir muessen an uns glauben und auch mal damit beginnen, unsere Diskussionen darauf zu fokussieren, was denn eigentlich sein sollte, und nicht immer nur, was denn falsch laeuft. Natuerlich ist das auch wichtig, aber schlussendlich kommen wir so nicht voran! Mag ja sein, dass wir nicht waehlen koennen zu arbeiten oder nicht. Aber was wir in unserer Freizeit tun, koennen wir immer noch selbst bestimmen.

Ich find den Beitrag hier zu dieser Sternstunde voll daneben!


AutorIn: joenu
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