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 :: Erlebnisbericht aus Bern vom Samstag ::
 Themen | Repression/Knast | WEF 21-01-2008 02:29
AutorIn : mf
Ich zog am Samstag, dem 21.11.2008, gegen Mittag in die Stadt, um als selbständiger Fotograf einige Bilder aus der Innenstadt zu schiessen und, um als besorgter Bürger - nach den krassen Droungen im Vorfeld - die Arbeit der neuen Police Bern zu dokumentieren.
In der Neuengasse wurde ich bald Zeuge einer ersten Verhaftung. Ich machte aus etwa 20 Metern Entfernung ein Foto der Szenerie. Beim weiterlaufen wurde ich von einem Basler Polizisten angehalten. Er forderte mich auf, meinen Ausweis vorzuweisen, was ich auch sogleich tat. Danach musste ich auch den Inhalt meiner Taschen vorweisen.

Meine handgestrickte Zottelmütze wurde eingehend betrachtet, ansonsten kam nicht viel zum Vorschein. Sein Untergebener begann sogleich meine
Personalien auf Papier festzuhalten. Danach wurde ich aufgefordert mit einem anderen Polizist zum Kastenwagen mitzugehen. Ich erkundigte mich was genau los sei, worauf mir erklärt wurde, dass meine Personalien abgeklärt werden müssten und ich dazu mit auf den Posten kommen müsse. Dabei begann ein Polizist Kabelbinder auszupacken. Ich erkundigte mich etwas nachdrücklicher nach den Namen der beiden anwesenden Polizisten und weshalb ich auf den Posten müsse - keine Antwort. Ich weise die anwesende Polizistin darauf hin, dass sie das Schild mit ihrer Dienstnummer so trage, dass man es nicht lesen könne. Ihre Antwort: "ich weiss". Ich protestiere nochmals mit Nachdruck gegen die Behandlung und weise sie darauf hin, dass es völlig unverhältnissmässig sei, mich zu fesseln, um meine Personalien abzuklären. Ohne weitere Kommentare werde ich mit Kabelbinder gefesselt und in den Kastenwagen verfrachtet.

Es werden noch weitere vier Personen eingeladen; ein weiterer Polizist nimmt mit uns hinten Platz und wir fahren los, Richtung Polizeiposten Waisenhausplatz. Dort warten wir ca. 20 Minuten vor dem Tor. Vor uns drei Kastenwägen voll mit Festgenommenen. Ich sage dem Polizisten, der mit uns im Wagen sitzt nochmals, dass es mein Recht sei zu erfahren ob ich nun Festgenommen sei, und wenn ja, weshalb. Seine Antwort: "Sie haben eh keine Rechte." Ein anderer Polizist antwortet mir später auf diese Frage etwas erstaunt, dass ich das nicht wisse: "Sie sind hier alle vorläufig festgenommen."

Danach werden wir, immer noch mit Kabelbindern hinter dem Rücken gefesselt, in den Hinterhof des Polizeipostens geführt. Während etwa 3 Stunden stehe ich nun draussen, gefesselt, zusammen mit etwa siebzig Leuten, teils minderjährig, teils über 40, teils verängstigt oder aufgeregt, etc. und warte darauf "abgefertigt" zu werden. Die Leute werden dazu einzeln in einen Raum geführt und durchsucht. Danach werden sie (aller "Effekte" entledigt) in die selbe, gegen oben offene, Zelle im Freien gepfercht. Wer einmal darin ist, wird nicht mehr auf das WC gelassen und ich erlebe, wie ein verletzter Bluter während mindestens 5 Minuten nicht hinaus gelassen wird, trotz der Hilfeschreie seiner Mitgefangenen.

Auch ich bin etwas nach 18 Uhr an der Reihe durchsucht zu werden. Als erstes verlange ich zum wiederholten Mal, einen Grund für meine Festnahme zu erfahren. Antwort: "Sie waren in Bern" - "Kunststück, ich wohne hier." - "Sie wissen schon wieso." - "Nein ich habe keine Ahnung, ich wollte nur ein Foto machen, danach wurde mir gesagt, meine Personalien müssen abgeklärt werden, nun bin ich hier gelandet." - "Ja Sie wissen sicher warum." Ich erfahre nichts neues hier. Ich muss mich vor einem Polizeibeamten ganz ausziehen, werde fotografiert, alle meine "Effekte" werden in eine Plastiktüte verpackt und ich danach ebenfalls in die Freiluftzelle gesteckt. Es ist mittlerweile ziemlich kalt geworden, die Zelle eng (gegen 50 Leute auf 10-20 Quadratmetern), man musste in die Ecke pissen und ich hatte noch nichts getrunken. Ohne irgendwie informiert zu werden, liess man uns dort vegetieren. Einige Punks, die sich auf eine Mauer gesetzt hatten, wurden zwei mal von Polizisten, die oben an uns Kaffeepause machten, mit einem Eimer Wasser begossen. Dies ist pervers und erniedrigend, vorallem bei den kalten Temperaturen im Freien. Ich hoffe nicht die Nacht so verbringen zu müssen, rechne aber mit dem schlimmsten. Nur vier Leute werden während der Zeit zum Verhör abgeholt und danach wieder zurück gebracht. Gegen 21:10 Uhr werden die Leute endlich einzeln freigelassen. Nach halb zehn Uhr werde ich, ohne weitere Kommentare ("Ich bin hier nur für genau diesen Vorgang zuständig, ich kann Ihnen da nichts sagen" ist die normale Antwort an diesem Tag) entlassen.

Ich wurde an diesem Samstag unschuldig, ohne gegen das Gesetz zu verstossen, ja sogar ohne Hinweis auf eine zu begehende Straftat, von der Polizei unrechtmässig sieben Stunden festgehalten, erniedrigt, gefesselt und fichiert. Dieses Vorgehen ist absolut inakzeptabel und eine Verletzung meiner Menschenrechte.
 :: 2 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  danke!
21.01.2008 03:51  
danke für den bericht, da werden hoffentlich einige anzeigen folgen.. unbedingt bericht an antirep und AI senden...


AutorIn: danke!
  Präventivhaft
21.01.2008 21:46  
Nun, ich habe genau diese Vorfälle vor ein paar Jahren ebenfalls erlebt. Ich kenne den Hinterhof und die Zellen, oder wohl eher Hundezwinger, sehr gut. Nur ist das Prozedere leider gesetzlich gesehen in Ordnung. Die Polizei ist befugt, Personen aus präventiven Gründen festzunehmen und bis zu 24h festzuhalten. Ab 24h bedarf es eine Verfügung des Untersuchungsrichters, sonst muss die Person freigelassen werden. Im Falle einer angekündigten Demo kann also die Polizei jemanden präventiv bis zu 24h festhalten, da "davon ausgegangen werden kann, dass die Person sich strafbar machen könnte". Das heisst, dass eine Vermutung auf eine Straftat ausreicht, jemanden 24h festzuhalten. Im Fall einer unbewilligten Demo kann also die Polizei davon ausgehen, dass die präventiv verhaftete Person sich dem Delikt "Landfriedensbruch" oder "nichteinhalten einer polizeilichen Weisung" strafbar machen wird.

Nun, ich werde wohl als Bulle beschimpft werden, aber echt: Die Linken wettern immer gegen Staat und Gesetz, aber wenn sie mal eingebuchtet werden, jammern sie, und suchen ein Gesetz, dass die "Misshandlung" und die Haft als illegal abstempelt. Wenn ihr schon gegen den Staat und die Gesetze seit, könnt ihr euch doch auch nicht auf diese stützen. Ihr redet von Revolution und so Zeugs, aber wenn die Polizei mal den Knüppel auspackt, jammert ihr, dass dies brutal sei und menschenunwürdig, oder gegen das Gesetz verstosse (wie beim Gummischrot, da beruft ihr euch immer auf die gesetzlichen Mindestdistanzen und Höhen, obschon ihr doch soooo gegen den Staat und das Gesetz seit!). Denkt ihr, eine Revolution laufe nach eurem Plan ab und die Ordnungskräfte legen die Waffen nieder? Seit froh, dass in der Schweiz die Polizei nicht so vorgeht wie in Kenia oder Korea, da werden Leute erschossen, wenn sie sich nicht von einer Demo entfernen!


AutorIn: kein Bulle!
 :: Nicht inhaltliche Ergänzung :
  1. Pech gehabt — Thion
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