ROBIN WOOD sammelt Morsleben-Einwendungen

Christina Albrecht 29.10.2009 23:56 Themen: Atom Ökologie
ROBIN WOOD hält die Pläne des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), das
Endlager Morsleben samt dem darin lagernden Atommüll zu verschließen,
für inakzeptabel. ROBIN WOOD fordert das Umweltministerium von
Sachsen-Anhalt auf, den entsprechenden Antrag des BfS nicht zu
genehmigen. An die BürgerInnen appelliert die Umweltorganisation,
massenhaft Einwendungen gegen die Stilllegungspläne zu erheben.
Berechtigt dazu ist jedermann, unabhängig vom Wohnort. Die
Planunterlagen liegen noch bis zum 21. Dezember 2009 in Magdeburg,
Erxleben und Helmstedt öffentlich aus und können auch auf der Homepage
des BfS eingesehen werden. Einwendungslisten können unter
www.robinwood.de/morsleben herunter geladen werden.
Das Bundesamt für Strahlenschutz hat beantragt, das Endlager in
Morsleben, in dem rund 37.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiver Atommüll lagern, größtenteils mit Salzbeton zu verfüllen. Auf diese Weise soll es nach Ansicht des Amtes möglich sein, den Strahlenmüll für eine Million Jahre sicher von der Umwelt abzuschließen.

Das ehemalige Bergwerk bei Helmstedt ist einsturzgefährdet. Seit Jahren dringt Wasser in den Salzstock ein. Das BfS behauptet, die unzureichenden geologischen Voraussetzungen – wie Grundwasserkontakt, Wasserwegsamkeiten und ein fehlendes geschlossenes Deckgebirge – urch
Baumaßnahmen ersetzen zu können.

„Der Standort Morsleben ist als Atommüll-Lager ungeeignet. Ein Endlager hätte dort nie genehmigt werden dürfen. Dieser Fehler lässt sich mit technischen Maßnahmen nicht wieder wettmachen“, sagt Christina Albrecht, ROBIN WOOD-Aktivistin und Koordinatorin der von mehreren Initiativen gemeinsam getragenen Morsleben-Kampagne. „Wenn Schule macht, was das BfS vorhat, wäre in Deutschland künftig jeder Ort für die Lagerung von Atommüll geeignet – unabhängig von seiner geologischen Beschaffenheit“, sagt ROBIN WOOD-Energiereferent Dirk Seifert. „Die Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung von Atommüll würden auf unverantwortliche Weise reduziert.“

In dem Salzbergwerk in Morsleben wurden bis 1991 14.000 Kubikmeter
Atommüll aus der ehemaligen DDR eingelagert. Wie auch im Atommüll-Lager Asse II wurde der Atommüll zum Teil ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen in die Salzkavernen abgekippt. Nach der Übernahme des Endlagers durch die Bundesrepublik wurde diese Praxis nicht gestoppt, obwohl die mangelnde Eignung des maroden Salzbergwerks bekannt war. Morsleben diente nun als billige Entsorgungsstätte für die westdeutsche Atomwirtschaft. Von 1994 bis 1998 wurden weitere 22.300 Kubikmeter leicht- und mittelradioaktive Atomabfälle u.a. aus westdeutschen Atomreaktoren dort versenkt. Verantwortlich dafür zeichnete Angela Merkel. Sie hatte damals in ihrer Funktion als Bundesumweltministerin alle Sicherheitsbedenken aus den Behörden und von Gutachtern ignoriert und die weitere Einlagerung angeordnet. Erst die Gerichte stoppten dieses Vorgehen, weil es auch juristisch nicht haltbar war.

Mehrfach haben in Morsleben Deckeneinstürze stattgefunden, zuletzt im
April 2009. Nach Angaben des BfS droht ein weiterer Einsturz, bei dem
ein etwa 20.000 Tonnen schwerer Teil aus der Decke einer Kaverne abstürzen könnte. Das käme in der Umgebung von Morsleben einem Erdbeben gleich.

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Jetzt Einwendungen sammeln!  http://www.robinwood.de/morsleben

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Kontakt:
Christina Albrecht, ROBIN WOOD-Aktivistin und Koordinatorin der
Morsleben-Kampagne, Tel. 0176 / 62 25 63 02
Dirk Seifert, ROBIN WOOD-Energiereferent, Tel. 040 / 3808 92-21,
 energie@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892-22,  presse@robinwood.de
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Ergänzungen

07. November -- Aktionstag gegen Atomenergie

Lüneburger 30.10.2009 - 10:35
Am 7. November findet ein dezentraler Aktionstag gegen Atomenergie statt. Ihr alle seid aufgerufen euch daran zu beteiligen. Aktionsform und Ort bleibt euch überlassen. Ob Klein- oder Großgruppe, ob Demo oder Flashmob, ob friedlich oder militant, zeigt das Atomenergie keine Zukunft hat und Energiekonzerne enteignet gehören.

nähere Infos dazu: www.contratom.de/novemberaktionstag

Im Rahmen dessen findet um 18.00 Uhr in Lüneburg auf dem Bahnhofsvorplatz eine Kundgebung unter dem Motto "Mal richtig loslegen: Atomanlagen stilllegen - sofort! Gorleben
dichtmachen! In Gedenken an Sébastian Briat" statt.

Radiobeitrag

Radio Dreyeckland 01.11.2009 - 06:32
Hier ist ein Beitrag vom 20.10.09 von Radio Dreyeckland zu dem Thema:

 http://www.rdl.de//index.php?option=com_content&task=view&id=4115&Itemid...