Greiz: Fußball in der Provinz

kein name 28.10.2009 21:02 Themen: Antifa
Am Samstag dem 24.10.2009 kam es in Greiz während eines Kreisklassespiels zwischen dem Hainberger SV und Blau-Weiß zur Schlägerei.
Was ist passiert?

Wenige Minuten vor Ende des Derbys erhielt ein Spieler der Hainberger Mannschaft wegen unsauberen Zweikampfes die Rote Karte. Daraufhin schlug der Abgestrafte dem Schiedsrichter ins Gesicht. Sicherlich keine schöne Aktion des Hainberger Spielers, auch wenn es vorher schon zu Provokationen gegen den aus dem Kosovo Stammenden kam. Hier pfiff der Schiedsrichter nicht ab.
Die Situation eskalierte.

In die Schlägerei auf dem Spielfeld, mischten sich einige Zuschauer ein, als die Situation sich bereits beruhigte, aber nicht um Erste Hilfe zu leisten oder deeskalierend zu wirken. Mehrere als Neonazis erkannte Personen, zum Teil anderen Greizer Fußballvereinen zugehörig, griffen gezielt den Kosovaren an.

Selbstjustiz für Deutschland.

Mittlerweile zieht jene Auseinandersetzung weite Kreise.
Es wird öffentlich über den Ausschluss des Betroffenen diskutiert, darüber, dass sein Handeln unsportlich war. Sicherlich zeugte sein Handeln von wenig Sportsgeist, aber aus welchen Gründen es zu dem Angriff auf den Schiedsrichter kam, darüber wird nicht diskutiert – der einzige Schuldige steht fest.

Nur wenige Stimmen zeigen sich besorgt über das Eingreifen der Rechten Fans.

Dieser Punkt wird kleingeredet und wegdiskutiert. Mit Aussagen wie „das sind nicht unsere Fans“ und „Wir versuchen Ausländische Mitbürger zu integrieren“, wird versucht zu Verharmlosen und die Schuld abzuweisen.
Im Forum eines der betroffenen Fußballvereine kam es zu heißen Diskussionen, so verteidigte ein User den Angriff der Neonazis damit, dass sie mit dem Schiedsrichter befreundet wären.

Schon seit Jahren gibt es immer wieder Ärger mit „Problemfans“ bei Fußballspielen in den unteren Klassen. In Fußballvereinen aktive Kinder von Migranten werden gebeten nicht als Zuschauer zu bestimmten Spielen zu erscheinen, weil die „Rechten“ bestimmt kommen, andermal verhindert die Polizei Provokationen Rechter Fangruppen - Eigentlich normal in der Provinz. Auch wenn gerade dieser Vorfall vom Samstag nicht alltäglich ist.

Wie weit rechtes Gedankengut und rassistische Ressentiments bereits in Regionalen Sportvereinen verankert sind, darüber lässt sich nur spekulieren. Das Sportvereine und dabei besonders Fußballvereine von Neonazis unterwandert sind, gleicht einem offenen Geheimnis. Vor diesem Problem werden von den betroffenen Vereinen oftmals die Augen verschlossen.

Auch über jene Unterwanderung von Sportvereinen durch Neonazis wird nicht diskutiert sondern es wird darüber hinweg gesehen. „So lang die Leute integriert sind machen die nichts“, so eine weitverbreitete. Meinung.

So auch bei einem Fußball und Sportverein mit langjähriger Tradition. Wer die Homepage des Greizer Vereins öffnet wird nichts finden, was an nationalistisches Gedankengut erinnert.
Erst wer die Kategorie „Koliner Jungs“ öffnet wird überrascht sein. Jene „Koliner Jungs“ waren Anfang der 90ziger Jahre nicht nur fürs Fußballspielen berüchtigt, ein Teil dieser „Koliner Jungs“ war auch in der rechten Szene aktiv. Seit knapp 20 Jahren führen jene „Hobbyfußballer“ ein Pfingstturnier auf dem Sportplatz des Vereins durch.

Es wird sich nicht von der Vergangenheit distanziert, problematisches Gedankengut wird hier zur Tradition erhoben.

Rassismus und Nationalismus gibt es bei uns nicht - nicht nur Greizer Sportvereine denken so.
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

koliner

jungs 28.10.2009 - 22:59
ein verein stellt sich vor...

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 2 Kommentare an

Und die Moral von der — Geschicht -

schlimme provokation — muenger