Berlin - Brunnenstrasse 183 lebt

Roland Ionas Bialke 29.06.2009 17:48 Themen: Freiräume
Am 18. Juni 2009 sollte während der WBA Actionweeks das besetzte Haus in der Brunnenstrasse 183 in Berlin-Mitte durch die Polizei geräumt werden. Angesichts befürchteter schlechter Medienberichte über die Polizei und noch bestehender Mietverträge für einzelne Räume, wurde die Brunnenstrasse 183 durch die Berliner Polizei nicht geräumt. Wie geht es mit der Brunnenstrasse 183 weiter?
Die Brunnenstrasse 183 wurde 1992 besetzt und definierte sich als ein Haus- und Kulturprojekt. Doch handelte es sich in den letzten Jahren bei der Brunnenstrasse 183 um einen Freiraum? Fakt ist, dass das Haus in den letzten Jahren zusehens verwahrloste. Es war kaum etwas zu bemerken von einer autonomen Arbeit. Als die Polizei am 1. August 2007 die Brunnenstrasse 183 durchsuchten, stiessen sie auf Müllberge, zugeschissenen Klos und zerstörte Elektroleitungen. Fast alle der HausbewohnerInnen waren vereinzelt, kümmerten sich nicht, beispielsweise durch den Besuch von Plena, um den Erhalt ihres Wohnraums. Es wurde sich gegenseitig bestohlen, belästigt und belogen.

Und jetzt wird aufgeräumt!! In den letzten Tagen nach dem verstrichenen Räumungstermin hat sich viel geändert. Der Müll ist grösstenteils aus den Wohnräumen verschwunden. Es gibt wieder Plena und die zentimeterdicke Kackpatina wurde von den Klos entfernt. UnterstützerInnen erklärten reparierten elektrischer Anlagen. Doch es bleibt viel zu tun! Die Brunnenstrasse 183 braucht Dich! Die Verwahrlosung der Brunnenstrasse ist beispielhaft für das zugrunde gehen der Autonomen Bewegung.

Wenn Du jetzt nichts tust, dann wird ein wirklich schönes Haus den Bach runter gehen. Du bist gefragt! Tust Du nichts, wird es die Brunnenstrasse 183 nicht mehr als Freiraum geben. Jeden Tag um 20 Uhr findet das Hausplenum statt. Komm vorbei und hilf mit die Brunnenstrasse 183 zu erhalten! Aus militanten Gründen kann ich sonst nichts weiter über die Struktur schreiben - Entweder Du kommst vorbei und machst Dir selbst ein Bild oder Du interessierst Dich nicht für den Erhalt von Autonomen Freiräumen.

Roland Ionas Bialke - Dieser Artikel ist meine Darstellung als Einzelperson und keine kollektive Darstellung.


Der Blog einiger UnterstützerInnen -  http://brunnen183.blogsport.de

Die Kampagne "Wir Bleiben Alle (WBA)" -  http://wba.blogsport.de
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

News vom Ballast der Republik

brunnen183 29.06.2009 - 18:46
Das Hausprojekt Brunnen183, mit dem Umsonstladen, dem Ballast der Republik und viel Freiraum für weitere Projekte wurde mitten in den Actionsweeks, am Do. dem 18.6, nicht geräumt. Alte Strukturen wurden aufgebrochen und aus der aktuellen Situation heraus haben sich neue Strukturen gebildet, sprich neue Kleingruppen und AG’s fanden, und finden sich noch, zusammen, neue Unterstützer_innen engagieren sich für das weiterhin räumungsbedrohte Haus.

Die Räumung ist aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Auf Grund der veränderten Ausgangslage, steht nun im Vordergrund politischen Druck aufzubauen. Um die Vernetzung zu forcieren und Kräfte zu bündeln, muss Raum für politisches Engagement geschaffen werden.

Alle politisch interessierten und motivierten Aktivist_innen sind eingeladen neue Strukturen aufzubauen. Diese sollten unabhängig von den vorhanden Räumen, auch nach einer potentiellen Räumung bestand haben. Bestehende oder noch zu schaffende Projekte können Raum finden um solidarische Atmosphäre, die Möglichkeiten und die Infrastruktur zu nutzen.

Kommt zu unserem ersten öffentlichen Mitmachtreffen, am So. dem 05.07.2009, um 18:00 im New Yorck im Bethanien.

 http://brunnen183.blogsport.de  http://wba.blogsport.de

Erhöhung der Mieten hilft!!!

autonomer in bewegung 29.06.2009 - 22:46
Ein Problem besetzter Häuser ist häufig, dass keine Miete gezahlt wird. Dadurch wollen die Leute unbedingt in dem Teil bleiben, für den sie keine Miete zahlen. Dieser Raum wird dann von ihnen privatisiert. Weil mit den entsprechenden Leuten, die sexuelle Übergriffe starten und das Ding verwahrlosen, niemand zusammenleben will, ihnen aber ihre räume gehören und sie nicht gehen wollen, verwahrlost das gebäude weiter... Insbesondere wenn es Räumungsdrohung gibt, ziehen die Personen die "Sicherheit" in ihrem Leben brauchen aus und nur noch Leute denen alles egal ist wohnen im haus...

Helfen dagegen tut eine der gegend entsprechend niedrigere und sozialverträglichere Miete die Leute zahlen, solange sie den freiraum privat nutzen. So wird der Freiraum nicht privatisiert sondern nur angemietet, das Geld wird in linke Projekte gesteckt. Wenn einzelne Personen keine Miete zahlen können, aus sozialen Gründen, dann ist das ja kein Problem. Mit den anderen BewohnerInnen muss die Miete gemeinsam aufgebracht werden und es muss sich ja auch nicht jedeR gleich beteiligen und auch nicht alle finaziell. Falls jemand sozial abrutscht und nichts mehr auf die Reihe kriegt, sind die anderen so gezwungen zu helfen...

Eventuell müssen Personen aber rausgeworfen werden...

Jo ich weiß, so ein Mietekonzept ist für uns Autonome und Hausbesetzerinnen natürlich n krasser diskussionspunkt... aber die einzige sinnvolle antwort auf sowas!!!

Auf einem ähnlichen konzept beruht das mietshäusersyndikat, wobei es weniger auf besetzte häuser sondern eher auf gekaufte häuser und ehemalige besetzte häuser angewandt wird

Frist bis September - Protest Freitag - CarLo

Name 30.06.2009 - 10:49
Wie die taz heute meldet, hat die Brunnen 183 eine Frist bis Anfang September.  http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/berliner-hausprojekt-darf-bleiben-vorerst/
"...Nach dem ausgefallenen Räumungstermin vor zehn Tagen wollen Polizei und Gerichtsvollzieher auch in den nächsten Monaten das Haus im Stadtteil Mitte verschonen. "Einen neuen Räumungstermin wird es nicht vor Anfang September geben", sagte die Pressereferentin der Justizverwaltung, Jana Lohse, der taz. Wie es aus Justizkreisen heißt, seien längere Urlaubsaufenthalte und fehlende Vertretungen die Ursachen für den mindestens zweimonatigen Aufschub."

Eine gute Gelegenheit, sich für den Erhalt nicht nur der Brunnenstraße 183, sondern auch aller anderen Hausprojekte einzusetzen, ist der Protest gegen die Veranstaltung am kommenden Freitag mit TollePolizei-Wowereit, Ungdomshuset-Räumungsveranwortliche Bjerregaard, Bundeswehr-Steinmeier und Hartz IV-Müntefering ( http://www.kreuzberg-info.de/pirati).

Und eine gute Nachricht noch zuletzt: dass es den CarLofts in der Reichenberger Str. ( http://de.indymedia.org/2008/09/227175.shtml)nicht besonders gut geht, wurde vor kurzem hier auf Indymedia berichtet ( http://de.indymedia.org/2009/06/253915.shtml), und heute in der taz bestätigt ( http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/carlofts-werden-ausgebremst/).

Liebig14 ist ebenfalls bedroht...

L14 30.06.2009 - 11:58

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 7 Kommentare

Nicht alles mit vier Wänden ist ein Freiraum

Icke 29.06.2009 - 20:25
"Die Verwahrlosung der Brunnenstrasse ist beispielhaft für das zugrunde gehen der Autonomen Bewegung."

Sorry, "zentimeterdicke Kackpatina"(was auch immer das sein mag) und die Verwahrlosung eines Hauses hat nichts, aber auch gar nichts mit autonomer Bewegung zu tun, sondern mit Hippies, die sich für Künstler_Innen halten und ihr Leben gar nicht auf die Kette kriegen.
In der Brunnen 183 wurde wie die Bewohner_Innen selber geschrieben haben, über Wochen Menschen toleriert, die sexuell Übergriffig waren. Ein solch verwahrlostes Haus, in dem Täterschützer ein und ausgehen können, in dem größtenteils "Künstler" oder/und Hippies wohnen, das Null-Szene-Anbindung hat(und komm jetzt nicht mit dem Hippie-Laden), kann eigentlich nur ignoriert werden.
Sorry, aber nur weil sich ein Hausprojekt als "Freiraum" bezeichnet ist es das noch lange nicht!
Hoffentlich ist dieses Schauspiel um dieses Haus in einem Monat vorbei. Die sinnlose Energie, die ihr in dieses Hippie-Haus steckt könntet ihr auch sinnvoller verwenden.

aus millitanten gründen

icke2 29.06.2009 - 21:11
ich scmeiß ma wech! habt ihr eine wasserbomben oder wattebeuchenwerkstatt für die anrückende polizei eingerichtet?
der "große häuserkampf" ist vorbei! DER PENNER HAT VERLOREN, erstmal!

Der Kampf geht weiter!!!!!

Hinweis 29.06.2009 - 23:07
hört sich doch gut an! Was braucht ihr? Was wollt ihr machen ? Was sind die Ziele?

komme gerne vorbei



gäähn

gähhn 30.06.2009 - 14:46
lebensraum als abfall der emanzipation. war das jemals anders? Herr der Fliegen für Linke; bis zum bitteren Ende: dem Kampf alle gegen Alle. autonome Bewegung.... das einem beim schreiben dieser kombination nicht schon schlecht wird.

häääää?

fred 30.06.2009 - 15:06
nen bischen einbringen ok,aber die Buden von "Dreckspatzen" saubermachen?
nööö danke.

der Krug geht solange zur Brunnen...

Rumpelstilzchen 01.07.2009 - 01:36
"sozialverträgliche" Mieten mit Ausnahmeklauseln mögen ein Mittel sein, daß sich einzelne BewohnerInnen zumindest irgendwie für ihr Wohnumfeld interessieren und zueinander in Bezug setzen. Mich als Kommunist verstehend, finde ich es aber schon ein Armutszeugnis, wenn das Soziale am Ehesten noch übers Geld geregelt werden kann!
Besser finde ich es, wenn aus gemeinsamen Konfrontationen heraus eine neue verantwortliche Struktur wächst--- wie jetzt.

Was eine Mietstruktur auf keinen Fall verhindern kann, sind sexuelle Übergriffe. Diese kommen auch im "gutbürgerlichen" Zehlendorf vor und müssen als eigenständige sexistische Konflikte behandelt werden. Bestenfalls allgemeine Ignoranz läßt sich so aufknacken,aber auch die gibt es hinter jeder Fassade !

erst nachfragen, dann weiterquatschen!!

bewohnerIn 01.07.2009 - 13:30
tatsächlich, die brunnen183 hat einen neuen unterstützerInnenkreis...leute sind eingezogen, die alten, der situation nicht angemessenen nur semi-politischen strukturen wurden aufgebrochen, es gibt neue zielsetzungen, das haus wird in stand gesetzt...
es werden mehr unterstützerinnen gebruacht...so weit so gut...

aber ; richtigstellung:
der bisherigen bewohnerInnengruppe kann wohl auch vorgeworfen werden, sie sei politisch nicht ausreichend aktiv geworden, um das haus zu verteidigen. aber nichtsdestotrotz gab es, bevor leute das haus auseinanderrissen um barris zu bauen, dort keine "vermüllten" räume, auch gab es schon lange keine "zugeschissenen klos" mehr...bis ca. einen monat vor der angesetzten räumung funktionierten die plenumsstrukturen gut, es gab keine diebstähle, belästigungen wurden entsprechend geahndet, die leute zahlten miete für ihre räume, das einzige problem war, dass den leuten das bewusstsein für eine aktive verteidigung des hauses fehlte, was dazu führte , dass alle in panik ihre koffer packten und alles stehen und liegen liessen, als die räumungsbescheide ins haus flatterten, weshalb -auch zu recht- das haus jetzt von einem unterstützerinnen-kreis übernommen wurde und am laufen gehalten wird, der ein entsprechend grösseres politisches bewusstsein hat.

auch wurde bereits vor dieser umstrukturierung in der szene um hilfe bei der politischen arbeit und bei praktischen arbeiten am haus nachgefragt, da aber niemand sich genötigt sah, mal nachzuschaun, was in dem haus eigentlich für leute wohnen sondern man sich lieber auf seine schön gepflegten vorurteile verlies, blieb diese hilfe aus.