Oldenburg vor dem Naziaufmarsch

noNAZIS! 04.07.2008 18:34
Morgen, am 5. Juli 2008 wollen Nazis einen Aufmarsch in Oldenburg (Oldb.) durchführen. Das gilt es natürlich zu verhindern. Jetzt sind es also nur noch ein paar Stündchen, bis der Tanz beginnt.
Hier die neuesten Infos:
Stand: 4. Juli, 18.30 Uhr (check www.alhambra.de/nonazis)

Die Nazis:
Die Nazis treffen sich am 12 Uhr am ZOB (Hauptbahnhof Nord) und wollen um 14 Uhr losmarschieren. Die Route führt dann über die Straßburgerstraße und Donnerschweerstraße zum Pferdemarkt, von da aus über die Karlstraße zurück zum ZOB. Die Route hat eine Länge von 1,2 Kilometern.

Veranstaltet wird der Aufmarsch von den "Freien Kräften Oldenburg", Anmelder ist Christian Worch aus Hamburg. Reden sollen eben jener Christian Worch, Axel Reitz vom KDS, ein Vertreter der "Autonomen Nationalisten Hannover" und ein Nazi aus Oldenburg.

Angemeldet wurden 200 TeilnehmerInnen - eine Zahl von etwa 80 Faschos erscheint realistisch. Es ist davon auszugehen, dass der überwiegende Teil der Faschos in größeren Gruppen mit der Bahn anreist.
Die Oldenburger Nazis betonen, dass es sich um eine "autonome Nationalisten"-Demo handelt - an der Spitze des Aufmarsches soll sich ein "schwarzer Block" formieren.

Die Bullen:
Verschiedene Quellen sprechen von einer Bullendichte zwischen 1500 und 2200 Stück. Bullen aus Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und der Bundespolizei unterstützen die niedersächsischen Polizeikräfte. Es wird weiträumige Absperrungen unter Hilfenahme von "Hamburger Gittern" geben. Schon Stunden vorher soll die gesamte Route abgesperrt werden. Das Einsatzkonzept der Bullen sieht vor, den AntifaschistInnen das Stadtgebiet südlich der Bahnschienen zu überlassen und den Teil nördlich davon zur "polizeilich-national-befreiten-Zone" zu erklären.

Bis jetzt haben die Bullen zwei große Überwachungskameras für den 5.7. angebracht. Eine befindet sich auf dem Gebäude der Post am Bahnhof-Süd, die zweite auf dem Gebäude der GSG am ZOB (Bahnhof-Nord). Die Einsatzzentrale der Cops wird wahrscheinlich in einem Großraumzelt auf der Großbaustelle der Bank "LzO" (am ZOB, Straßburgerstraße) untergebracht sein.

Das Wetter:
Leicht bewölkt bei Temperaturen zwischen 16 und 22 Grad. Ideales Demo-Wetter also!

Die Guten:
Ab 9 Uhr gibt es zwei zu empfehlende Kundgebungen. Eine am Bahnhofsvorplatz und eine weitere am Stadtmuseum. Ab 12 Uhr beginnt eine Demonstration des "Forums gegen Rechts" am Bahnhofsvorplatz. Mehrere tausend TeilnehmerInnen werden erwartet. Gegen die von der Stadtverwaltung festgelegte Route wird geklagt, eine Entscheidung steht noch aus. Während das "Forum" über den Pferdemarktkreisel (nördlich der Bahnschienen) demonstrieren möchte, will die Stadt die Demo nur bis zur Kundgebung am Stadtmuseum ziehen lassen. Ab 15.30 Uhr (zu diesem Zeitpunkt ist der Aufmarsch vermutlich schon durch) wurde der Demo eine Kundgebung auf dem Wochenmarktgelände des Pferdemarktes (westlich des Kreisels) erlaubt. Die Stellen am Stadtmuseum oder aber am Pferdemarktkreisel sind die, die am nächsten zur Naziroute gelegen sind.

Im nördlichen Bereich gibt es zwei Anlaufpunkte: die Gaststätte "Havana" direkt am Pferdemarkt (östlicher Teil) ist ab ca. 10 Uhr mit Außengastronomie geöffnet; dort findet auch eine Kunstaktion statt. Der Veranstalter bittet um das Mitbringen von einer Fleischtomate und einer Kamera. Desweiteren sind die Räumlichkeiten der "ALSO -Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg" (Donnerschweerstr./Milchstraße) von 9-18 Uhr geöffnet.

Klar sollte sein, dass die Nazis nördlich der Bahnschienen marschieren. Südlich wird mensch keinen Fascho zu Gesicht bekommen und auch nichts verhindern können.

Vorort wird es Leute geben, die markierte Stadtpläne verteilen und euch mit aktuellen Infos versorgen können. Ansonsten nutzt die Infotelefon: 0441 - 2488660 & 01522 - 4984073
Über die Infotelefone sind im Fall der Fälle auch Demo-SanitäterInnen zu erreichen. Solltet ihr festgenommen werden oder Festnahmen beobachten, meldet das beim Ermittlungsausschuss (EA) unter der Nummer : 0441 - 14402. Der EA kümmert sich darum, dass ihr möglichst schnell wieder raus kommt und auch bei den Bullen abgeholt werdet. Sagt dort bitte auch Bescheid, wenn ihr wieder entlassen wordet. Und - ganz wichtig - der EA ist kein Infotelefon.

Es ist nicht zu empfehlen, sich vor Beginn der Aktivitäten zum Autonomen Zentrum "Alhambra" zu begeben. Wenn ihr das doch wollt, rechnet mit Bullenkontrollen im Umfeld. Nach Ende der Actions ist das "Alhambra" natürlich geöffnet.
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Ergänzungen

Stand: 4. Juli, 19.45 Uhr

noNAZIS! 04.07.2008 - 19:46
Das Verwaltungsgericht Oldenburg hat dem Anliegen des "Forum gegen Rechts" Recht gegeben. Die antifaschistische Demo darf nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts über den Pferdemarktkreisel laufen. Die Route lautet: Bahnhofsvorplatz - Güterstraße - Stau - Gottorpstraße - Moslestraße - Am Stadtmuseum - Pferdemarktkreisel - Am Stadtmuseum - 91er-Straße - Pferdemarkt (Wochenmarktgelände) - 91er-Straße - Moslestraße - Bahnhofsvorplatz.
Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts beinhaltet auch die Auflage, den Pferdemarktkreisel bis spätestens 13.55 Uhr zu verlassen, da sich die antifaschistische Demonstration ansonsten "unmittelbar an der Aufzugsstrecke" der Nazis befindet. Die Stadtverwaltung hat gegen diese Entscheidung Widerspruch beim Oberverwaltungsgericht eingelegt - eine Entscheidung darüber gibt es "spätestens" bis 12 Uhr morgen Vormittag! Also: nichts genaues weiß mensch nicht!

Die Naziroute laüft nicht um den Pferdemarktkreisel, sondern stoppt im östlichen Bereich des Pferdemarktes, um auf dem Parkplatz direkt vor der Gaststätte "Havana" (s.o.) eine Zwischenkundgebung abzuhalten. Anschließend gehen die Nazis zurück zum ZOB. Es wird damit gerechnet, dass der Naziaufmarsch etwa um 15 Uhr den Pferdemarkt erreicht.

Internet-Stadtplan:  http://gis4oldenburg.oldenburg.de/

Anna und Arthur haltens Maul

Rote Helferin 04.07.2008 - 20:13
Wer noch ein wenig Zeit hat, dem sei folgender link ans Herz gelegt. Gerade jüngeren Genossinnen und Genossen ist die Lektüre wärmstend zu empfehlen - auch wenn die Oldenburger AntiRep-Strukturen bekanntermaßen sehr gut sind. :-)
 http://aussageverweigerung.info/

Ticker

... 05.07.2008 - 15:41
Letztes Update - 15:12 Uhr

7: Aktuellster Bericht

Die Kundgebung wurde beendet. Auf dem Platz befinden sich nun noch ca. 1500 Antifaschisten, die von Polizisten in voller Körperschutz-Kleidung eingekesselt wurden. Da sich bereits viele Antifaschisten vor der Einkesselung in der gesamten Stadt verteilt haben, um sich den Repressionen der Polizei zu entziehen, wurde soeben die Abschlusskundgebung von der Polizei (18:00 Uhr) untersagt. Die kleine Gruppe der Nazis befindet sich auf den Rückweg zu Ihren Ausgangspunkt.

6: (Update: 14:45 Uhr)

Die Zahl der anwenden Nazis wurde nach neuen Berichten von den im Vorfeld angekündigten 200 auf nur 50 Teilnehmer geschätzt - der Gebrauch eines Lautsprecher wurde den Nazis aufgrund der geringen Anzahl scheinbar nur knapp genehmigt. Die Polizei zeigt weiter starke Präsenz mit Pferdestaffeln, Bereitschaftspolizei aus dem gesamten Bundesgebiet, Wasserwerfer und Panzerräumfahrzeugen. Die Demonstrationsteilnehmer verteilen sich mehr und mehr im gesamten Stadtgebiet - ein herankommen an die Nazidemo ist nicht möglich. Der Demozug befindet sich auf den Rückweg.

Vorherige Berichte aus Oldenburg:

5: (Update: 13:32 Uhr)
Die Auftaktkundgebung ist beendet - Demostart. Zur Zeit befinden sich ca. 3000 - 3500 Gegendemonstranten in Oldenburg, die den ca. 70 - 80 angereisten Nazis lautstark zu erkennen geben, dass Sie nicht erwünscht sind. Weder in Oldenburg, noch sonstwo! Die Nazis wurden den Berichten nach einzeln in ein Zelt gebracht um sich dort einer Leibesvisitation zu unterziehen - erst danach durften sich die Nazis versammeln. Die Innenstadt wurde durch ein massives Polizeiaufgebot von ca. 2500 Polizisten komplett abgeriegelt. Vereinzelt kam es zu Verhaftungen von Antifaschisten (Verstoß gegen das Vermummungsverbot) - insgesamt ist die Lage durch die starken Kontrollen und Repressionen der Polizei gegenüber den Antifaschisten angespannt - aber Ruhig. Die Abschlusskundgebung findet um 18 Uhr auf dem Bahnhofsplatz (Südseite) statt.

4:
Die Gegendemonstration zum Nazi-Aufmarsch in Oldenburg formiert sich. Der Bahnhofsplatz vor dem Hauptbahnhof ist dich gefüllt mit Antifaschisten. Die Polizei hat das Bahnhofsgelände abgeriegelt. Den Nazis wird der ZOB überlassen. Das Betreten des Bahnhofes ist den Demonstranten nicht gestattet.
3:
Soeben kam es zu einer ersten Festnahme eines Antifaschisten durch die Polizei. Mit starken Kontrollen und Repressionen versucht die Polizei, den Protest der Antifaschisten zu drücken - natürlich ohne Erfolg. Bei der Verhaftung kam es zur Anwendung körperlicher Gewalt seitens der Einsatzkräfte.
2:
Über den Verlauf (die Strecke) der Nazi-Demo und der Gegendemonstration gibt es noch immer keine abschließenden Informationen. Bisher sollen rund 50 Faschisten eingetroffen sein. Die Zahl der Gegendemonstranten ist bisher nicht einzuschätzen, da sich diese auf das gesamte Gebiet der Innenstadt verteilt haben. An mehreren Punkten finden Aktionen und Kundgebungen statt.
1:
Die Kundgebung der Antifaschisten wurde soeben eröffnet. Es wurden die Auflagen der Polizei verlesen.

ticker

... 05.07.2008 - 16:01
15:40
Die Nazis sind von Einsatzkräften der Polizei komplett abgeschirmt worden - Auf dem Bahnhofplatz befinden sich ca. 200-300 Antifaschisten, die momentan versuchen zu den in der Kaiserstraße eingekesselten 400-500 Antifaschisten durch zu dringen. Bewohner bewerfen aus Protest die auf der Straße stehenden Polizisten mit Wasser, die mittlerweile unter maßiven Einsatz von Schlagstöcken und Tränengas versuchen die Einkesselung aufrecht zu erhalten.

Die Bewohner

Eingekesselter 06.07.2008 - 12:26
Die Bewohner haben das Wasser primär nicht runtergeworfen um die Pozilei zu "ärgern", sondrn um den eiongekesselten ein wenig abkühlen zu ermöglichen. Es war teilweise extrem heiß da. Zudem wurden volle Wasserflaschen runtergeschmissen. An mehreren stellen der Straße. Das nenn ich mal Zevilcourage! Ganz große Klasse!